Ein warmes Fell weckt wieder alte Sinne

von Susanne Böhling - aus der WZ vom 15.07.05
 

Galina ist "ungehorsam". Frauchen Ursula Prinz will sie bei Fuß gehen lassen, aber eben wird Sina Meyer (Name von der Redaktion geändert) in den Innenhof des Seniorenzentrums St. Antonius in St. Tönis geschoben. Da muss Galina doch schnell einen Abstecher machen und "Guten Tag" sagen.
Die alte Dame strahlt und vergräbt ihre Hände im weichen Fell der gut gepflegten Wolfsspitzhündin. "Die beiden lieben sich", sagt Monika Rath, stellvertretende Heimleiterin und zuständig für den sozialen Dienst.

Sina Meyer ist demenzkrank. Ein Leiden, das die alte Dame auch zu einem emotionalen Rückzug veranlasst. Das wiederum ist schlecht für die Merkfähigkeit. "Sinnliche Reize sind da sehr wichtig", so Frau Rath. Deswegen gibt es diverse Angebote im Heim. "Aber ein warmes, lebendiges Wesen ist doch etwas ganz anderes". Das kommt den alten Menschen zu Gute. Schon nach wenigen Besuchen hat sich Sina Meyer Galinas Namen gemerkt.

Sie besucht einmal in der Woche mit wechselnden Freunden der Hundeschule das Altenheim. Anfangs waren die Senioren noch ängstlich. "Bleiben sie mir mit dem Hund weg", hieß es da. Aber die Tiere wissen sich zu benehmen, die Scheu vor ihnen ist daher schnell gewichen. vor.
Auch in anderen Gruppen des Heims ist man auf die ungewöhnlichen Besucher aufmerksam geworden, freut sich, wartet.

Sina Meyer fixiert derweilen Galina. Ihre Augen verfolgen die Runde der Hündin. "Dabei sieht sie fast nichts mehr", erklärt Frau Rath.
"Aber ich spüre immer genau, wo Galina ist!" sagt die alte Dame.

Deswegen finden sich am Mittwochnachmittag mehr als 30 Bewohner im Innenhof des Seniorenzentrums ein.vor.
Heute können sie zusätzlich zum Schmusen noch eine kleine Agilityvorführung mit leicht zu transportierenden Hindernissen verfolgen.
Einer Bewohnerin stehen die Tränen in den Augen. "So einen hatte ich früher auch mal". Monika Rath lächelt: "Es ist gut, wenn sie sich wieder mit ihren Biographien beschäftigen".



Mittwoch ist Kuscheltag

West-Zeitung-2009-03

Einmal pro Woche besuchen Hunde die Senioren im Antoniuszentrum

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlags Giradet KG

Text und Bild: © Westdeutsche Zeitung - Ausgabe Willich Tönisvorst vom 19.03.2009
Text: Ulrike Sinzel
Foto: Kurt Lübke

In der WZ - der Westdeutschen Zeitung -erschien am 19.03.2009 ein so ganz anderer Hundeartikel. Keine der bekannten Rasseportraits, sondern eine Beschreibung dessen, wozu auch - vielleicht sogar gerade - unsere Spitze fähig sind. Die WZ ist eine Tageszeitung, weshalb die Qualität der PDF-Datei dieses Mal etwas körniger ist, als von Illustrierten gewohnt.

Galina vom St. Töniser Land besucht mit Frau Prinz seit Jahren wöchentlich und sehr zur Freude der Bewohner/innen ein Tönisvorster Seniorenheim. Sie ist dort ein hoch willkommener Gast und darf sogar zu einigen Bewohnern mit ins Bett.

Dass sie dafür auch ein Leckerchen bekommt ist für Galli nur am Rande interessant.

Der Artikel zeigt, was alles in unseren Spitzen steckt. Auch für Leute, die längst eingesehen haben, dass Spitze schon längst keine hinterhältigen “Kläffer” und “Hackenbeißer” sind, stellt es doch unter Umständen eine neue Erfahrung dar, dass man unsere Spitze auch zu hoch betagten und kranken Menschen ins Bett setzen kann, und das sie dort sogar noch für positive Empfindungen sorgen können.

Wer den vollständigen Artikel lesen möchte, kann ihn als PDF-Datei herunterladen.

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